Wenn man heute in Philadelphia an der First Bank of the United States vorbeigeht, erblickt man im Independence National Historical Park ein stilles Relikt. Doch als es gebaut wurde, war es das Zentrum eines Finanzkrieges. Dieses Gebäude stellt den Beginn einer komplexen Geschichte darüber dar, wer in Amerika das Geld kontrolliert.
Eine Nationalbank ist nicht irgendeine Bank mit einem Regierungssiegel. Es handelt sich um eine besondere Art von Geschäftsbank. Es wird von der Bundesregierung gechartert und überwacht. Dennoch wird es von Privatpersonen betrieben. Dieser hybride Status prägt seit zwei Jahrhunderten das amerikanische Finanzwesen.
Die frühen Experimente: 1791 bis 1836
Der erste Versuch eines Zentralbanksystems begann im Jahr 1791. Die First Bank of the United States war zwanzig Jahre lang in Betrieb. Es wurde 1811 geschlossen. Der zweite Versuch begann 1816. Er dauerte bis 1836.
Diese Banken waren Agenten des US-Finanzministeriums. Sie arbeiteten nicht alleine. Sie konkurrierten direkt mit Staatsbanken und Privatbanken. Dieser Wettbewerb hatte ein bestimmtes Ziel. Es zwang Privatbanken, ihre Banknoten zum vollen Wert einzulösen. Ohne diesen Druck war Papiergeld oft wertlos.
Die zweite Bank sorgte für Stabilität. Doch Stabilität ist bei Politikern unpopulär. Präsident Andrew Jackson hasste die Institution. Er betrachtete es als Monopol. Aufgrund seines Widerstands konnte die Charta 1836 nicht erneuert werden.
Das Ergebnis war Chaos. Staatsbanken gaben alle Banknoten heraus, die sie wollten. Es gab keine zentrale Aufsicht. Diese instabile Zeit dauerte bis zum amerikanischen Bürgerkrieg. Der Krieg selbst offenbarte das Versagen des Systems. Ohne eine bessere Bankenstruktur erwies sich die Finanzierung des Konflikts als unmöglich.
Das Nationalbankgesetz von 1863
Der Bürgerkrieg zwang den Kongress zum Handeln. Mit dem Nationalbankgesetz von 1863 wurde ein neues System geschaffen. Es gründete Nationalbanken im Rahmen der Bundescharta.
Das Ziel war eine einheitliche Währung. Zuvor druckte jede Bank ihre eigenen Banknoten. Einige waren zuverlässig. Die meisten waren es nicht. Das Gesetz von 1863 änderte die Regeln.
So funktionierte der Mechanismus. Jede Nationalbank musste Bundesanleihen beim Währungsprüfer hinterlegen. Der Rechnungsprüfer, oft auch als nationaler Bankverwalter bezeichnet, gab durch diese Anleihen besicherte Währungen aus. Wenn die Anleihen gut waren, war das Geld gut.
Das Gesetz legte auch strenge Regeln fest. Darin wurden Mindestkapitalanforderungen festgelegt. Es schränkte die Art der Kredite ein, die Banken vergeben konnten. Es wurden Mindestreservesätze für Banknoten und Einlagen vorgeschrieben. Es wurde ein System zur Prüfung von Banken geschaffen. Die Absicht war klar. Schützen Sie die Anleihegläubiger.
Staatsbanken existierten noch. Sie könnten immer noch ihre eigene Währung ausgeben. Aber der Kongress fügte eine Waffe hinzu. Auf Staatsbanknoten wurde eine Steuer von 10 Prozent erhoben. Diese Steuer war ein Todesurteil. Keine Privatbank könnte es sich leisten, eine Steuer von 10 Prozent auf ihr eigenes Geld zu zahlen. Die Konkurrenzwährung verschwand über Nacht.
Der Aufstieg der Federal Reserve
Das neue System löste einige Probleme, schuf aber auch andere. Die nationale Banknotenversorgung war unflexibel. Sie konnten nicht schnell expandieren oder schrumpfen, um den wirtschaftlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Reserven waren knapp.
Diese Starrheit löste häufig Panik aus. Das Finanzsystem brauchte einen Stoßdämpfer. Im Jahr 1913 schuf der Kongress das Federal Reserve System. Es wurde entwickelt, um der Währung Elastizität zu verleihen.
Es dauerte einige Zeit, bis der Übergang abgeschlossen war. Bis 1935 hatten die Nationalbanken ihre Befugnisse zur Ausgabe von Banknoten auf die Federal Reserve übertragen. Sie hörten auf, ihr eigenes Geld zu drucken.
Heute ist die Landschaft anders. Nationalbanken sind in erster Linie kommerziell tätig. Einige übernehmen immer noch Spar- und Treuhandfunktionen. Die Regulierungslast wird geteilt. Die Federal Reserve teilt sich die Aufsichtsbefugnisse mit dem Office of the Comptroller of the Currency. Das OCC chartert, reguliert und überwacht Nationalbanken.
Die Geschichte

















